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Keltische Numerologie

Keltische Druiden erkannten in den Zahlen die Rhythmen der Natur. Ogham-Alphabet, Mondzyklen und heilige Bäume bilden dieses erdverbundene System.

Mündliche Überlieferung und das Ogham

Die keltische Numerologie ist ein uraltes Wissenssystem. Die keltische Weisheit war wesentlich mündlich — die Druiden verboten die Niederschrift ihrer tiefsten Lehren.

Das Ogham-Alphabet

Bestehend aus zwanzig Buchstaben, jeder trägt den Namen eines Baumes: Beith (Birke), Luis (Eberesche), Fearn (Erle), Saille (Weide), Nuin (Esche). Für die Kelten waren Bäume bewusste Wesen.

Die Vorherrschaft der Drei

Triaden waren die bevorzugte Form der Wissensweitergabe. Die drei Reiche: Himmel, Erde und Meer. Die dreifache Göttin Brigid: Schmiede, Heilung und Dichtung.

Der Baumkalender

Der Beth-Luis-Nion-Kalender schlägt dreizehn Mondmonate vor, jeder einem Ogham-Baum zugeordnet.

Heilige keltische Zahlen

Die 5 ist Irlands Zahl. Die 7 erscheint in den sieben Weisheitsgraden. Die 9 (3×3) ist in der Mythologie allgegenwärtig. Die 17 hat Bedeutung im Kalender von Coligny.

Die ersten fünf Ogham-Bäume

BuchstabeBaumMonatBedeutung
BBirke (Beith)1. MonatNeuanfänge
LEberesche (Luis)2. MonatSchutz, Vision
FErle (Fearn)3. MonatMut, Fundament
SWeide (Saille)4. MonatIntuition, Heilung
NEsche (Nuin)5. MonatVerbindung der Welten

Weissagung und druidische Praktiken

Die Ogham-Stäbchenweissagung (crannchur) ist die bestdokumentierte Praxis.

Crannchur: Ogham-Stäbchen

Druiden ritzten Ogham-Zeichen in Holzstäbe und zogen sie zufällig, um Botschaften zu bilden.

Keltisches Christentum und Zahlenerbe

Die Kelten verwarfen ihr Zahlenerbe bei der Bekehrung nicht. Die heilige Drei wurde zur christlichen Dreifaltigkeit.

Illuminierte Handschriften

Keltische Mönche schufen im Book of Kells eine Kunst, in der vorchristliche Flechtwerke sich mit den Symbolen des neuen Glaubens verbinden.

Zeitgenössische Renaissance

Die keltische Numerologie erlebt heute eine bemerkenswerte Renaissance, getragen von der neo-druidischen Bewegung und der Ökospiritualität.

Numerologie und Ökologie

Die keltische Tradition erinnert uns, dass Zahlen einst Eichen und Ebereschen waren, Flüsse und Sterne.

Schlüsselgestalten

1

Robert Graves (1895-1985)

Britischer Dichter und Mythologe, dessen The White Goddess (1948) den keltischen Baumkalender rekonstruierte und das Interesse an der Ogham-Numerologie wiederbelebte.

2

Jules César (100-44 av. J.-C.)

Römischer Feldherr, dessen De Bello Gallico eine der frühesten schriftlichen Quellen über die numerischen und astronomischen Praktiken der gallischen Druiden darstellt.

3

Caitlín Matthews

Zeitgenössische Autorin und Forscherin mit Schwerpunkt auf der keltischen Tradition, die zur Rekonstruktion der divinatorischen und numerischen Praktiken des Ogham beigetragen hat.

4

John Michael Greer

Zeitgenössischer Druide und produktiver Autor, dessen Werke die keltische Numerologie im Rahmen der modernen druidischen Erneuerung systematisiert haben.